Titelbild Betriebsbesuch Sigrist
HWKKA

Metallveredelung auf höchstem Niveau

Betriebsbesuch bei der Galvanikfirma Sigrist in Pforzheim

16.07.2019

„Wir wollen uns der Öffentlichkeit zeigen und Vorurteile abbauen“, begrüßt der technische Leiter der Firma Sigrist, Ralf Kälber, Kammerpräsident Joachim Wohlfeil, Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz und die stellvertretende Geschäftsführerin Brigitte Dorwarth-Walter bei einem Betriebsbesuch Mitte Juni.

Schon beim ersten Betreten der Firma und dem herzlichen Empfang merkt man als Besucher sofort: Hier stimmt das Betriebsklima. Das untermauern nicht zuletzt die Bilder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die lebensgroß in den Fluren hängen.

„Wir lassen spätestens alle zwei Jahre den Fotografen kommen, um die Bilder aktuell zu halten. Das Team und die Kameradschaft untereinander sind uns sehr wichtig“, so Kälber.



Imagefilm mit Auszeichnung in Cannes

Und dass alle an einem Strang ziehen, hat die Firma in den eigenen Imagefilm einfließen lassen. „Im Team so schließt sich der Kreis“ endet der vom Studio Gieske produzierte Imagefilm, der ganz besonders geadelt wurde. Bei der Preisvergabe für den besten Imagefilm in Cannes 2018 erhielt er den silbernen Delphin.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Entstanden ist die Firma bereits 1938 als einer von vielen Galvanik Betrieben in Pforzheim. Damals unter dem Inhaber Hermann Küffner. Später wurde die Firma von ihrem ersten Lehrling Dieter Sigrist, dem Vater des heutigen Inhabers Eric Sigrist, übernommen. Da der Vater leider früh verstarb, übernahm Eric Sigrist die Firma bereits in den 90er Jahren und wandelte das Unternehmen komplett um.

Ursprünglich war die Firma auf Schmuck spezialisiert, doch Sigrist erkannte damals schon, dass die Zukunft in anderen Bereichen liegt. Heute galvanisiert das Unternehmen elektronische Bauteile, medizinische Komponenten, Teile für die Vakuum und Lasertechnik, aber auch Instrumente, wie beispielsweise Trompeten.



Galvanoforming als Spezialgebiet

Spezialisiert hat sich das Unternehmen seit einigen Jahren auf Galvanoformteile. Dafür werden kundenspezifische Aluminiumkerne hergestellt, die im Anschluss mit Kupfer, Nickel oder Gold beschichtet werden. Danach wird das Aluminium wieder herausgelöst und übrig bleibt eine hauchdünne, extrem leichte Form, die man in der Hand problemlos zerdrücken könnte. Teilweise sind bis zu 200 handwerkliche und sehr zeitintensive Arbeitsschritte notwendig, wie Rainer Schwarz, Produktmanager bei Sigrist, sehr anschaulich erklärt: „Einige dieser Teile müssen in Testvorrichtungen bis zu 100 Millionen Zyklen durchlaufen, das dauert teils über zwei Monate.“ Eingesetzt werden diese Bauteile beispielsweise in der Weltraumtechnik für Infrarotkameras oder in Automaten zur Bestückung von Leiterplatten.



Ausbau der Firma

Doch ausruhen auf diesem Erfolg will sich die Firma nicht. Für den Bereich Medizintechnik, den die Tochter SOMI medical abdeckt, ist eine räumliche Erweiterung in Planung. „Hier unterstützen wir in erster Linie Hersteller von Medizinprodukten mit der Reinigung, Verpackung und Montage unter Reinraumbedingung, der Sterilisation sowie der Validierung von Prozessen für medizinische Bauteile. Manchmal sind wir inzwischen selbst überrascht, wie stark dieser Bereich in den letzten Jahren gewachsen ist“, so Kälber. So modern sich die Firma seit Jahren aufstellt, so modern sind die Arbeitsbedingungen vor Ort: kein Lärm, kein Schmutz, kein Geruch, dafür 25 Angestellte, die optimal ins Team passen.



Großes Interesse an Dienstleistungen der Kammer

Im abschließenden Gespräch stießen die verschiedenen Angebote der Handwerkskammer auf großes Interesse. Insbesondere die Personalberatung und der Technologietransfer seien für die Zukunft des Unternehmens von enormer Bedeutung. In den Verteiler des wöchentlichen Newsletters „InfoStream“, der Betriebe über Veranstaltungshinweisen, Steuertipps oder gesetzliche Neuregelungen informiert, wollten beide umgehend aufgenommen werden. Auch das Angebot der Kammerspitze bei regionalen Netzwerken mitzuwirken, wurde dankend angenommen. „Andere Sichtweisen kennenzulernen und sich gegenseitig auszutauschen, ist für die Zukunft und den Bestand jedes Unternehmens entscheidend“, betont Kälber am Ende des Besuches noch einmal ausdrücklich.